Crowdfunding liegt im Trend. Doch die Risiken sollten bedacht werden.

Crowdfunding – gefährlich für Anleger?

Crowdfunding und Crowdinvest sind genauso gefährlich für Anleger wie jedes andere Kapitalmarktprodukt des „grauen Kapitalmarktes“. Werden die neuen Bestimmungen zur Regulierung des grauen Kapitalmarktes so umgesetzt, dann bleibt möglicherweise genau das Crowdfunding und Crowdinvesting als die gefährlichste Form der Kapitalanlage für Anleger übrig.

Warum?

Nun Crowdinvesting ist reines Wagniskapital wo sie als Anleger nicht wissen, ob das Gewinn bringen wird, sie Ihr Geld verlieren werden oder ihr Geld zurückbekommen. Alles ist möglich in diesem Bereich. Jedes Crowdinvesting ist verbunden mit einem Totalverlustrisiko für den Anleger der investiert.

Natürlich gibt es in diesem Bereich mittlerweile Geldeinsammelprofis, die sich auf Crowdinvesting spezialisiert haben. Natürlich nicht um guten Ideen eine Chance zur Umsetzung zu geben, sondern weil man dafür auch Provision bekommt. Uns sind in der Redaktion von diebewertung.de Beispiele zu Ohren gekommen, wo 20% und mehr an Provision ausgelobt wurden. Schlimmer wie bei so manchem Graumarktprodukt.

Nun hat der Gesetzgeber ein neues Kleinanlegerschutzgesetz in Vorbereitung und will ausgerechnet Crowdivesting an der „langen Leine lassen“. Hier soll keine Prospekterstellungspflicht vorliegen bis zu einer Gesamtsumme von 999.999 Euro.

Nun mal ganz ehrlich, ist ein Produkt im grauen Kapitalmarkt welches Kapital in Höhe von 1 Millon Euro einsammelt gefährlicher als ein Produkt welches nur weil es Crowdinvesting heisst und einen Euro weniger einsammelt auch weniger gefährlich?

Die Frage müssen wir nicht beantworten, das können Sie sicherlich selber.

Crowdfunding gehört genauso zu den Angeboten des grauen Kapitalmarktes, die reguliert werden müssen, wie alle anderen Produkte auch. Bei Crowdinvesting sollte eine Grenze bei maximal 100.000 Euro liegen.

Wer eine Million einsammeln will, der sollte auch 5.000 Euro für einen Prospekt übrig haben. Jede Crowdinvesting Plattform sollte auch ganz klar ausweisen müssen, wie hoch die Investitionsquote bei dem eingesammelten Geld ist. Dann kann man schnell erkennen, welche Kosten da noch alle weggehen, bevor in das eigentliche Projekt investiert wird.

Wir sind kein ausgesprochener Gegner von Crowdinvesting, denn auch da gibt es durchaus gute Ideen – Wir sind aber ein Gegner von professionellen Geldeinsammlern in diesem Bereich, und da gibt es einige.

Der Gesetzgeber muss aufpassen, dass jetzt nicht Crowdinvestingmodelle wie Pilze aus dem Boden schießen, da hier eben das Vermögensanlagegesetz nicht zur Anwendung kommt.

Jeder, der eine professionelle Plattform zum Thema Crowdinvesting betreibt, sollte im Besitz einer 34f GeWO sein, um den Markt wenigstens einigermaßen in den Griff zu bekommen.

Crowdinvesting in dieser Form ist für uns eine Lizenz zum Geldabzockmöglichkeit bis zu einer Höhe von 1 Million Euro Minus einem Euro. Ob der Euro den Schaden dann wett macht?